Ratgeber

Was kostet eine Putzfrau im Privathaushalt?

Die kurze Antwort

Rechne mit knapp einem Fünftel über dem Stundenlohn. Zum Lohn kommen der Ferienzuschlag, deine Arbeitgeberbeiträge, die Familienausgleichskasse und die Verwaltungskosten der Ausgleichskasse. Die Prämie der Unfallversicherung kommt noch dazu.

Und bei dir?

Trag deinen Stundenlohn ein — hier, sofort. Mit den Sätzen deines Kantons, ohne Konto und ohne E-Mail-Adresse.

Der Mindestlohn ist der Boden, nicht der Preis

Für die Hauswirtschaft gilt in der ganzen Schweiz der Normalarbeitsvertrag des Bundes. Seine Mindestlöhne sind zwingend — darunter darf kein Vertrag gehen, auch nicht im Einverständnis beider Seiten.

Was darüber liegt, ist Verhandlung. Die Zahl, die du hier suchst, ist also nicht «der übliche Lohn», sondern die Grenze nach unten.

QualifikationMindestlohn
ungelerntCHF 20.35 je Stunde
ungelernt mit 4 Jahren ErfahrungCHF 22.30 je Stunde
gelernt EBACHF 22.30 je Stunde
gelernt EFZCHF 24.55 je Stunde

Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes, Stand 2026. Einzelne Kantone schreiben mehr vor — dann gilt der höhere Betrag.

Fünf Kantone schreiben mehr vor

Haben sie einen eigenen gesetzlichen Mindestlohn, gewinnt der höhere Betrag. Wer das nicht weiss, zahlt zu wenig und hält sich für korrekt.

KantonGesetzlicher Mindestlohn
GenfCHF 24.59 je Stunde
Basel-StadtCHF 22.20 je Stunde
JuraCHF 21.40 je Stunde
NeuenburgCHF 21.35 je Stunde
TessinCHF 20.00 je Stunde

In den übrigen Kantonen gibt es keinen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn — dort gilt der Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes. Wo beides gilt, zählt der höhere Betrag.

Was oben drauf kommt

Der Lohn ist nur ein Teil. Die folgende Rechnung geht vom tiefsten zulässigen Ansatz aus und zeigt, was die Stunde den Haushalt am Ende kostet.

Mindestlohn NAV Hauswirtschaft, ungelerntCHF 20.35
Ferienzuschlag 8.33 % (vier Wochen)CHF 1.70
Bruttolohn je StundeCHF 22.05
AHV / IV / EO 5.3 % und ALV 1.1 %, dein AnteilCHF 1.41
Familienausgleichskasse, rund 1.8 % (kantonal)CHF 0.40
Verwaltungskosten der Ausgleichskasse, höchstens 5 % der AHV-BeiträgeCHF 0.12
Was dich die Stunde kostetCHF 23.98

Rund 18 Prozent über dem Stundenlohn — ohne die Prämie der Unfallversicherung, die jede Versicherung selber festlegt. Der Satz der Familienausgleichskasse und der Verwaltungskosten hängt von deinem Kanton und deiner Ausgleichskasse ab; in der App steht der, der für dich gilt.

Drei Posten, die in keiner Faustregel stehen

  • Unfallversicherung (UVG) — Pflicht ab der ersten Arbeitsstunde, auch bei einer Stunde pro Woche. Die Prämie legt die Versicherung fest, darum steht hier keine Zahl.
  • Verwaltungskosten — die Ausgleichskasse rechnet sie nicht auf den Lohn, sondern auf die AHV-Beiträge. Sie fallen in beiden Abrechnungsverfahren an.
  • Berufliche Vorsorge (BVG) — erst ab der Eintrittsschwelle, im Privathaushalt meist kein Thema.

Stundenlohn oder Monatslohn?

Im Stundenlohn muss der Ferienanspruch als Zuschlag dazugerechnet und auf der Abrechnung ausgewiesen werden — bei vier Wochen sind das 8.33 Prozent. Ein Stundenlohn «inklusive Ferien» ohne diesen Ausweis ist nicht gültig; die Ferien gelten dann als nicht bezahlt.

Im Monatslohn stellt sich die Frage nicht: dort läuft der Lohn während der Ferien einfach weiter.

Was es kostet, nicht anzumelden

Beiträge können fünf Jahre rückwärts nachgefordert werden (Art. 16 AHVG), mit Verzugszins. Dazu kommt das Steuerverfahren. Und passiert ein Unfall ohne Versicherung, haftet der Haushalt selber.

Gegenüber den knapp zwanzig Prozent oben ist das kein guter Tausch.

Häufige Fragen

Wie viel kostet eine Putzfrau im Privathaushalt pro Stunde?

Zum Stundenlohn kommen knapp zwanzig Prozent dazu: Ferienzuschlag, Arbeitgeberbeiträge an AHV/IV/EO und ALV, die Familienausgleichskasse und die Verwaltungskosten der Ausgleichskasse. Die Prämie der Unfallversicherung kommt obendrauf.

Gibt es einen Mindestlohn für Putzfrauen in der Schweiz?

Ja. Der Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes schreibt zwingende Mindestlöhne nach Qualifikation vor. Fünf Kantone haben zusätzlich einen eigenen gesetzlichen Mindestlohn — dort gilt der höhere Betrag.

Muss der Ferienzuschlag auf der Abrechnung stehen?

Im Stundenlohn ja. Der Zuschlag — bei vier Wochen 8.33 Prozent — muss im Vertrag und auf der Lohnabrechnung ausgewiesen sein. Ohne diesen Ausweis gelten die Ferien als nicht bezahlt.

Soldena rechnet, es berät nicht. Den Satz der Familienausgleichskasse und der Verwaltungskosten, der für dich gilt, nennt deine Beitragsverfügung.

Das macht Soldena für dich.

Soldena rechnet den Lohn mit den Ansätzen deines Kantons, weist den Ferienzuschlag aus und macht daraus das monatliche Lohnblatt und am Jahresende den Lohnausweis. Den Arbeitsvertrag dazu auch.

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